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Neubau Feuerwehr Sexau – ein robustes, funktionales Architekturkonzept zwischen Siedlungsrand und Landschaft.

Bauherr
Fertigstellung
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Unser erarbeitetes Konzept für den Neubau Feuerwehr Sexau im Wettbewerb setzt auf klare Funktionalität, robuste Gestaltung und sensible Einbindung in die Umgebung. Es vermittelt Selbstbewusstsein und Prägnanz, verbindet effiziente Betriebsabläufe mit hoher städtebaulicher Qualität und wurde im Wettbewerb mit einer Anerkennung gewürdigt.

Projektdaten

Städtebauliches und architektonisches Konzept

Der Neubau der Feuerwehr Sexau ist als zweigeschossiger Flachbau konzipiert und entwickelt eine ruhige, klare Präsenz am Übergang zwischen Wohngebiet und Landschaft. Der Baukörper fügt sich maßstäblich und selbstverständlich in sein Umfeld ein und vermittelt zwischen Siedlungsrand und freiem Landschaftsraum. Die Gebäudefigur ist kompakt und robust ausgebildet und formuliert einen angemessenen öffentlichen Bau ohne gestalterische Überhöhung.

Die Übungsfassade mit einer Höhe von bis zu 12 Metern setzt einen gezielten, funktional begründeten Akzent. Sie verleiht dem Gebäude Identität und Fernwirkung und macht die Nutzung der Feuerwehr nach außen ablesbar. Die vertikale Betonung ist integraler Bestandteil des architektonischen Konzepts und tritt bewusst nur dort in Erscheinung, wo sie funktional erforderlich ist.

Der Entwurf folgt einem pragmatischen architektonischen Ansatz. Funktionalität, Wirtschaftlichkeit und konstruktive Klarheit stehen im Vordergrund. Aufbau und Struktur leiten sich unmittelbar aus den betrieblichen Abläufen sowie den statischen Erfordernissen ab und sind klar ablesbar.

Der Haupteingang ist im nördlichen Bereich des Gebäudes zur Siedlung hin orientiert und schafft eine klare Adresse. Die Schulungsräume sind im südlichen Gebäudeteil angeordnet und öffnen sich zu einer Terrasse mit Blick in die freie Landschaft. Die Alarmausfahrt ist bewusst nicht zur Wohnbebauung ausgerichtet und wendet den betriebsbedingten Lärm gezielt von dieser ab.

Funktionale Gliederung des Gebäudes

Die funktionale Organisation des Feuerwehrhauses folgt konsequent den betrieblichen Abläufen und den Anforderungen der Auslobung. Alle Bereiche mit hoher Einsatzfrequenz und unmittelbarem Bezug zum Alarmfall sind vollständig im Erdgeschoss angeordnet. Die regelmäßig genutzten, ruhigeren Funktionen sind im Obergeschoss zusammengefasst.

Im Erdgeschoss befinden sich der gesamte Fahrzeug- und Einsatzbereich, die Alarmorganisation mit direkter Anbindung an die Umkleiden sowie die konsequent ausgebildeten Schwarz- und Weißbereiche. Auch die Übungs- und Außenbereiche sind ebenerdig angebunden. Diese Anordnung gewährleistet kurze, klare und kreuzungsfreie Wege vom Eintreffen der Einsatzkräfte über die Umkleiden bis zum Ausrücken der Fahrzeuge. Vertikale Wege im Alarmfall werden vollständig vermieden.

Die Verwaltungs-, Schulungs- und Sozialbereiche sind im Obergeschoss angeordnet. Dadurch werden sie räumlich vom Einsatzgeschehen entkoppelt und können unabhängig vom Alarmbetrieb genutzt werden. Die erhöhte Lage schafft Ruhe und Übersicht und ermöglicht eine klare Trennung zwischen Einsatz- und Regelbetrieb, ohne die interne Erreichbarkeit einzuschränken.

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Freiraumkonzept

Das Freiraumkonzept versteht das Feuerwehrhaus als integralen Bestandteil der Landschaft und entwickelt die Außenanlagen aus der Topografie sowie den funktionalen Anforderungen des Betriebs heraus. Gebäude, Freiflächen und technische Infrastruktur werden zu einem robusten, zusammenhängenden Gesamtsystem verknüpft.

Im Norden des Grundstücks sind zwei Retentionsbecken angeordnet, die sowohl dem regulären Regenwassermanagement als auch der kontrollierten Ableitung von Starkregenereignissen dienen. Die Alarmparkplätze befinden sich im westlichen Grundstücksbereich, die Alarmausfahrt ist konsequent im östlichen Bereich positioniert. Diese funktionale Organisation ermöglicht eine klare Trennung von An- und Ausfahrtsbewegungen und wird landschaftlich eingebunden.

Lockere Baumstellungen strukturieren das Grundstück und überspielen funktionale Flächen wie Alarm- und Besucherstellplätze, Übungshof und Aufstellflächen der Fahrzeuge. Zu den Grundstücksrändern hin verdichten sich diese Strukturen zu Baum- und Gehölzgruppen und schaffen einen weichen Übergang zur Landschaft. Parkierungsflächen und unbebaute Bereiche werden weitestgehend entsiegelt und mit versickerungsfähigen Belägen ausgeführt.

Das Regenwassermanagement folgt einem kaskadenartigen Prinzip: von extensiven Gründächern über Baumkronen und durchlässige Beläge bis hin zu Wiesenmulden. Verschmutztes Oberflächenwasser aus Hof- und Übungsflächen wird davon getrennt erfasst und über entsprechende Reinigungsstufen entsorgt. Starkregenereignisse werden kontrolliert über seitliche Grünflächen und Mulden geführt.

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Erschließung, Alarmfall, Regel- und Übungsbetrieb

Eintreffende Einsatzkräfte erreichen über die Alarmzufahrt unmittelbar die zugeordneten Alarmparkplätze. Der Alarmeingang liegt direkt angrenzend und führt ohne Umwege in die Umkleiden. Daran anschließend befindet sich die Fahrzeughalle mit den einsatzbereiten Fahrzeugen. Der Ausrückvorgang erfolgt über die nordöstliche Gebäudeseite direkt auf die Straße. Eine Ampelanlage gewährleistet eine sichere und zügige Einfahrt in den öffentlichen Verkehrsraum.

Im Gebäudeinneren sorgt eine klar strukturierte Raumabfolge – von der Stiefelwaschanlage über die Schwarzbereiche bis zu Duschen und Umkleiden – für kurze, intuitive Wege und einen konsequenten Dekontaminationsprozess.

Im Erdgeschoss auf Straßenniveau befinden sich zudem Bereitschaftsräume, Technikräume, Werkstatt und Hochregallager. Im Außenbereich ist ein Pausenbereich mit Blick ins Grüne angeordnet. Die Übungsflächen gliedern sich in eine Anleiterungszone an der 12 m hohen Übungsfassade sowie eine großzügige, frei nutzbare Übungsfläche. Waschhalle und Anlieferbereich sind im südöstlichen Gebäudeteil untergebracht.

Im Obergeschoss sind Verwaltung, Küche, Lagerflächen, Jugendraum sowie der Veranstaltungssaal angeordnet. Jugendraum und Saal sind miteinander koppelbar und öffnen sich zur Südterrasse mit direktem Zugang zur Wiese. Entlang der Fahrzeughalle verläuft eine Erschließungsachse, die visuelle und kommunikative Bezüge zwischen den Funktionsbereichen und Ebenen herstellt.

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