
Kempf-Areal in Göppingen - Ein Quartier mit Charakter und Offenheit
Das städtebauliche Konzept stärkt die historische Struktur des Göppinger Stadtkerns und schafft ein identitätsstiftendes, zukunftsfähiges Quartier. Durch die behutsame Integration von Bestandsbauten und eine nachhaltige Neubebauung entsteht ein lebendiger, gemeinschaftlich nutzbarer Stadtraum.
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Städtebauliches Konzept
Das Projekt stärkt die historische Blockrandstruktur des Göppinger Stadtkerns. Die Neubauten schließen den Block und bilden ein klar gefasstes Quartier, in das die Häuser in Zone I und Zone III als identitätsstiftende Bestandselemente integriert werden. Im Zentrum entsteht ein großzügiger Innenhof, der durch drei Zugänge offen vernetzt ist und als gemeinschaftliches Herz des Quartiers dient. Zwei neue Treppenhäuser und zwei Aufzüge verbinden Alt- und Neubauten und stellen eine barrierefreie Erschließung sicher.
Architektonisches Konzept
Zur Straße hin gliedert sich der Neubau in giebelständige Häuser mit Satteldächern, die Maßstäblichkeit und Rhythmus der Altstadt aufnehmen. Die Segmentierung in kleinere Baukörper spiegelt die Parzellenstruktur des Quartiers wider. Hofseitig wandeln sich die geneigten Dächer in einem Flachdach, das Platz für Photovoltaikanlagen und Retentionsflächen schaffen. Diese architektonische Dualität ermöglicht eine sensible Einfügung nach außen und eine zeitgemäße Offenheit nach innen.




Erschließung und Anlieferung
Die Erschließung des Quartiers erfolgt sowohl über die umliegenden Straßenräume als auch über den Innenhof. Drei Durchgänge verbinden Hof und Blockrand und übernehmen zugleich funktionale Aufgaben: Zwei Zugänge sind mit Fahrradabstellräumen kombiniert, der Zugang an der Freihofstraße wird durch einen zentralen Müllraum ergänzt. Damit sind kurze Wege und eine klare Organisation der Nebenfunktionen gewährleistet. Die Anlieferung für Gastronomie und Gewerbe erfolgt über den öffentlichen Straßenraum, insbesondere an der Freihof- und Kellereistraße. So wird eine funktionale Anbindung an das Quartier ermöglicht, ohne den Innenhof mit Fahrverkehr zu belasten.




Freiraum und Hofgestaltung
Der Innenhof wird als grüne Mitte des Quartiers ausgebildet. Aufenthaltsflächen, Bepflanzungen und Spielbereiche fördern Begegnung und schaffen hohe Aufenthaltsqualität. Der Hof ist halböffentlich und verbindet die umliegenden Erschließungszonen mit einem gemeinschaftlichen Lebensraum. In die Hofzone integriert sind funktionale Nebenräume: An zwei der drei Zugänge entstehen Fahrradabstellräume, die das Radfahren im Quartier aktiv fördern. Der dritte Zugang wird durch einen zentralen Müllraum begleitet, der die Entsorgung für das gesamte Quartier bündelt. So erhält jeder Zugang eine klare Funktion, die die Alltagstauglichkeit und Nutzbarkeit des Hofes erhöht.
Konstruktion und Materialien
Die Straßenfassaden sind klassisch verputzt, differenziert durch verschiedene Putzarten wie besenstrich Putz und dezente Farbtöne. Sie greifen die Göppinger Farb- und Gestaltungstradition auf und fügen sich ruhig in das Stadtbild ein. Die Hofseiten sind mit leichten, vertikal strukturierten Holzlamellen bekleidet, die eine warme und wohnliche Atmosphäre erzeugt. Wettergeschützte Laubengänge strukturieren die Hofseiten und stärken das nachbarschaftliche Miteinander. Der Entwurf ist als Holz- Hybridbau konzipiert. Diese Bauweise ermöglicht einen hohen Vorfertigungsgrad, kurze Bauzeiten und eine wirtschaftliche Umsetzung. Sie leistet darüber hinaus einen Beitrag zurö kologischen Nachhaltigkeit, zur CO₂-Reduktion und zum ressourcenschonenden Bauen.

Gestalte dein Gebäude immer so, dass es zeitlos und gleichzeitig ein Teil seiner Geschichte ist.
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Wohnungstypologien und Organisation
Insgesamt entstehen mit der Neubebauung und dem Gebäude in Zone III 26 Wohnungen, die den geforderten Wohnungsmix erfüllen:
• 11 x Zwei-Zimmer-Wohnungen 40 %
• 11 x Drei-Zimmer-Wohnungen 40 %
• 4 x Vier-Zimmer-Wohnungen 20 %
Die Wohnungen sind so organisiert, dass Querlüftung und Durchwohnen möglich sind. Küchen und Nasszellen liegen hofseitig an den Laubengängen und wirken als funktionale Pufferzone zwischen privatem Wohnen und halböffentlicher Erschließung. Die Laubengänge schaffen eine kommunikative Ebene zum Hof, reduzieren gleichzeitig die. Erschließungsflächen und ermöglichen kompakte Baukörper mit hoher Wirtschaftlichkeit. Im Haus in Zone I entstehen zudem 12 Gästezimmer, die das Wohnangebot sinnvoll ergänzen und zur Belebung des Quartiers beitragen. Diese dien ebenfalls an das neue Erschließungssystem angeschlossen und können barrierefrei erreicht werden.



Nachhaltigkeit und Energie
Die hofseitigen Flachdächer sind für Photovoltaikanlagen und Dachbegrünung vorgesehen. Begrünte Retentionsflächen tragen zur Regenwasserrückhaltung und zum Mikroklima bei. Darüber hinaus wird der Anteil unversiegelter Flächen maximiert: Hof- und Erschließungsbereiche sind mit wasserdurchlässigen Belägen ausgestattet, sodass Regenwasser versickern und in den natürlichen Kreislauf zurückgeführt werden kann. Auch die Wahl der Wohntypologien unterstützt das nachhaltige Gesamtkonzept. Durch bewusst geringere Gebäudetiefen entsteht ein möglichst großer Innenhof, der nicht nur eine hohe Aufenthaltsqualität bietet, sondern auch zur Durchlüftung und Verschattung des Quartiers beiträgt. Die kompakte Blockrandstruktur reduziert Energieverluste, während die gute Querlüftbarkeit der Wohnungen die sommerliche Resilienz gegen Überhitzung sicherstellt.
Wirtschaftlichkeit und Bauweise
Die Kombination aus Erhalt geeigneter Bestandsgebäude und modular aufgebauten Neubauten reduziert Baukosten und spart graue Energie. Die klar strukturierte Erschließung und wiederkehrende Typologien erleichtern eine wirtschaftliche Umsetzung und flexible Weiterentwicklung.

Brandschutz und Erschließung
Das Brandschutzkonzept basiert auf klar strukturierten Erschließungskernen und kurzen Rettungswegen. Brandwände gliedern die Baukörper, während Hof und Straßenfronten gleichwertig als Fluchtwege nutzbar sind. Barrierefreie Zugänge sichern die Nutzung aller Wohneinheiten.















